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Pubertät

Kommen Kinder in die Pubertät, ist es erfreulich zu sehen, wie sich die Heranwachsenden entwickeln, den eigenen Weg suchen, zugleich erwarten Eltern lebendige und bewegende Jahre.

Bei vielen Kindern setzt die körperliche Reifung gegen Ende der Grundschulzeit ein. Damit fängt die Entwicklung zum Jugendlichen/zur Jugendlichen an. 

Die Pubertät beginnt meist langsam, sodass sich Eltern und Kinder auf die Veränderungen einstellen können. Während dieser Zeit haben Heranwachsende viele Veränderungen und Aufgaben zu bewältigen:

  • Sie reifen körperlich und werden zur jungen Frau/zum jungen Mann. Diese neue Rolle kann sie verunsichern
  • Damit verbunden sind Stimmungsschwankungen.
  • Es entwickelt sich die Sexualität weiter, das beschert den Heranwachsenden Gefühle und Wünsche.
  • Die jungen Leute bauen einen Freundeskreis auf und erweitern ihn.
  • Sie entwickeln sich in ihrer Selbständigkeit weiter, suchen verstärkt nach der eigenen Persönlichkeit, dem eigenen Weg im Leben.
  • Sie lösen sich mehr und mehr von ihren Eltern und anderen wichtigen Bezugspersonen.

Auch wenn Teenager ihre Eltern fordern, für Jugendliche ist die Beziehung zu ihren Eltern weiterhin sehr wichtig. Die Basis, die Eltern bis jetzt mitgegeben haben, bleibt, auch wenn ab und zu Stürme darüber hinwegziehen.

Die Körperentwicklung bei Mädchen und Jungen kann zeitlich sehr unterschiedlich einsetzen.

Wann sie beginnt, hängt von verschiedenen Faktoren ab: zum Beispiel von der Vererbung, der Ernährung und dem Gewicht. 

Sexualaufklärung muss nicht bitterernst oder langweilig sein: Vielleicht haben Sie Freude daran, sich von der Neugier Ihres Kindes anstecken zu lassen: Was passiert eigentlich genau im Körperinneren bei einem Eisprung oder bei der Samenproduktion im Hoden? Wie kommt es zur Befruchtung? In einer humorvollen, entspannten Atmosphäre fällt es leichter, über Erfahrungen zu sprechen und Fragen zu stellen. 

Kinder und Jugendliche albern manchmal herum, wenn das Gespräch auf das Thema Sexualität kommt. Das kann ein Zeichen von Unsicherheit und Scham sein. Wenn die Erwachsenen selbst gelassen bleiben, wird dieses Verhalten wahrscheinlich schnell wieder abgelegt. 

Vielleicht kann die Mutter ihre Tochter über die kommende Menstruation aufklären, sie in die Intimhygiene einführen und mit ihr den ersten BH kaufen und der Vater seinen Sohn über den ersten Samenerguss und das Wachstum von Penis und Hoden informieren. 

Übrigens: Auch Jungen sollten über den weiblichen Zyklus Bescheid wissen und Mädchen darüber, wie sich der Körper der Jungen verändert. 

Jugendliche, die eine offene Gesprächsatmosphäre im Elternhaus erleben dürfen, entwickeln meist eine positive Haltung zum eigenen Körper und zur eigenen Sexualität. Dies ist eine gute Basis für ihre spätere Partnerschaft. 

Unter Gleichaltrigen wird sehr viel verglichen und gehänselt. Wenn Sie merken, dass Ihre Tochter/Ihr Sohn bedrückt ist, sollten Sie einfühlsam nachfragen und die Unsicherheiten und Zweifel ernst nehmen. 

Manche Mädchen und Jungen sprechen nicht gerne mit ihren Eltern über dieses Thema. In diesem Fall kann es günstig sein, eine Vertrauensperson des Kindes (und der Eltern) zu bitten, die Gespräche zu führen, zum Beispiel eine Tante, einen Onkel oder Vertrauten/eine Vertraute. 

Es gibt zahlreiche gute Bücher und Broschüren zum Thema. Für Mütter und Väter empfiehlt es sich, sie zuerst selbst zu lesen, damit sie wissen, welche Informationen ihr Kind bekommt. Dabei sollten sie ihre Tochter/ ihren Sohn nicht unterschätzen: Vieles, für das sie vielleicht noch ein bisschen zu jung scheinen, interessiert sie häufig. 

Weitere Informationen und Anregungen bietet der Elternbrief Jugendliche 1 Wenn die Pubertät beginnt.

Bei Problemen oder Fragen können sich Eltern und Jugendliche Rat und Hilfe holen.