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Tarife für Sucht-Reha und psychiatrische Kinder-Reha festgelegt

13.03.2026, 10:45

Landesregierung passt stationäre Tagessätze für therapeutische Reha bei Sucht-Erkrankungen an und definiert erstmals Tarife für neue Einrichtung zur psychiatrischen Reha für Kinder und Jugendliche

Die Landesregierung schuf mit einem Beschluss auf Vorschlag von Landesrat Hubert Messner die finanzielle Grundlage für eine neue stationäre Einrichtung für Kinder und Jugendliche mit schweren psychiatrischen oder neurologischen Entwicklungsstörungen. (Foto: Pexels. Das Foto darf nur in Zusammenhang mit dieser Pressemitteilung verwendet werden.)
Die Landesregierung schuf mit einem Beschluss auf Vorschlag von Landesrat Hubert Messner die finanzielle Grundlage für eine neue stationäre Einrichtung für Kinder und Jugendliche mit schweren psychiatrischen oder neurologischen Entwicklungsstörungen. (Foto: Pexels. Das Foto darf nur in Zusammenhang mit dieser Pressemitteilung verwendet werden.)

BOZEN (LPA). Gleich zwei wichtige Beschlüsse zur Weiterentwicklung der sozial‑gesundheitlichen Versorgung in Südtirol hat die Landesregierung am 13. März verabschiedet. "Wir wollen mit diesen Beschlüssen zielgerichtet jene Angebote stärken, die Menschen in besonders belastenden Lebenssituationen tragen und für Betroffene, vor allem auch für Kinder und Jugendliche, sichere, professionelle und passende Unterstützung anbieten", sagt Gesundheitslandesrat Hubert Messner. Beide Maßnahmen reagieren laut Daten des Gesundheitsressorts auf steigende Bedarfe: Bei Abhängigkeitserkrankungen ebenso wie bei komplexen psychiatrischen Störungen im Kindes‑ und Jugendalter, ähnlich den weltweiten Trends.

Neue Tarife für die stationäre Betreuung von Menschen mit Suchterkrankungen

Mit einem Beschluss wurden die Tarife der stationären therapeutisch‑rehabilitativen Gemeinschaft "La Strada – Der Weg", die Menschen mit Suchterkrankungen beim Schritt zurück in ein eigenständiges Leben begleitet, aktualisiert. Künftig erhält die Einrichtung 198 Euro pro Betreuungstag (bisher 146 Euro) für die stationäre Aufnahme und Betreuung von Betroffenen. Wenn Patienten und Patientinnen bereits mit der Reintegration in das private und berufliche Umfeld begonnen haben und sich deshalb nur mehr zeitlich begrenzt in der Therapieeinrichtung aufhalten, wird, und das ist neu, ein Tarif von 138 Euro vergütet. Die Anpassung ersetzt die bisherige Regelung von 2017 und ist bereits in Kraft. "Damit berücksichtigen wir gestiegene Kosten und neue Personalstandards, um die Qualität der Betreuung langfristig zu sichern", sagt Messner.

Tarifmodell für hochintensive stationäre Therapiegemeinschaft für Kinder und Jugendliche

Zudem schafft die Landesregierung mit dem zweiten Beschluss die finanzielle Grundlage für eine neue stationäre Einrichtung für Kinder und Jugendliche mit schweren psychiatrischen oder neurologischen Entwicklungsstörungen. Junge Menschen zwischen 8 und 18 Jahren (bei Autismus‑Spektrum‑Störungen bis 21 Jahren) die aufgrund schwerer Beeinträchtigungen vorübergehend nicht im familiären Umfeld betreut werden können, sollen in der Einrichtung Hilfe bekommen.

Die Einrichtung bietet intensive therapeutische, psychoedukative und rehabilitative Maßnahmen an. Für die intensive therapeutische stationäre Betreuung soll ein Tarif von 510 Euro pro Tag gelten. Bei therapiebedingten Teilaufenthalten in der Einrichtung werden 357 Euro pro Tag vergütet. Die Maßnahme gilt ab 1. Juni 2026. "Ziel ist es, den steigenden Bedarf an hochintensiven, zeitlich begrenzten Reha‑Plätzen gerade für Kinder und Jugendliche in Südtirol zu decken und Unterbringungen außerhalb Südtirols zu verringern", erklärt Landesrat Messner.

san